Krankheit - Freund oder Feind?

Maike Kratschmer Montag, 18. Januar 2021 von Maike Kratschmer

Krankheit - Freund oder Feind?

Eine ganzheitliche Betrachtung

Seit gut einem Jahr werden wir in den Medien jeden Tag mit der „Gefahr Krankheit“ konfrontiert, was durch die ständige Wiederholung einer Art Massenhypnose gleich kommt. So kann es leicht passieren, dass unser Denken in eine Richtung verschoben wird, die das Wesentliche aus dem Blick verliert und uns obendrein ein Gefühl der Hilflosigkeit vermittelt. Doch ist das eigentlich richtig? Und ist es wirklich so wichtig, dass wir immer nur gesund sind?

Bei dieser Frage wäre es wichtig, zwischen einer chronischen Erkrankung und einer akuten Krankheit zu unterscheiden.

In der ganzheitlich- und ursachen-orientierten Naturheilkunde wird eine chronische Erkrankung nicht als Bedrohung betrachtet, sondern sie stellt vielmehr einen Selbstregulierungsmechanismus des Körpers dar, der nötig ist, um mit der ursächlichen Belastung umgehen zu können. Es ist also eine Reaktion, die uns vor Schlimmerem bewahrt und stets unserem Besten dient, auch wenn der Zustand als unangenehm oder sogar bedrohlich empfunden werden mag. Was wiederum nicht heißt, dass wir einfach nur „abwarten und Tee trinken“ sollten, aber oftmals ist schon viel gewonnen, wenn wir den Blickwinkel einmal ändern und eine Krankheit nicht mehr als einen Akt verstehen, den der Körper gegen uns ausführt. Denn unser Körper ist immer auf unserer Seite.

Bei akuten Erkrankungen hingegen sollten wir nicht vergessen, dass es immer auf das Milieu unseres Körpers und der Aktivität unseres Immunsystems ankommt, ob wir uns etwas „einfangen“ oder nicht. Wobei das Immunsystem wiederum eng mit unseren Emotionen verknüpft ist, und Angst seine Leistungsfähigkeit deutlich senkt.

Warum könnte eine Krankheit also ein Freund sein?

Eine Krankheit bietet immer die Möglichkeit, sich Ruhe zu gönnen und sich auf sich selbst zu besinnen. Wir können schauen, was „aus dem Lot geraten“ ist, und bei jeder Art von Erkältungskrankheiten hat der Körper zudem nun auch die Möglichkeit, über Schleimabsonderungen ebenfalls ein paar Altlasten loszuwerden. Klingt das nicht positiv?

Wenn wir uns von der Angst abwenden, an einer Krankheit zu sterben, können wir dem Körper die Belastung, die diese Angst auslöst, nehmen, und er wird entweder gar nicht erst krank, oder er kann viel schneller gesunden. Angst ist eine zersetzende Emotion, die das Leben immer enger macht. Sehen wir stattdessen eine Erkrankung als Freund, der uns eine Auszeit, Fürsorge, Ruhe, Loslassen oder auch Erkenntnis beschert, brauchen wir keine Angst vor Ansteckung zu haben. Denn nichts geschieht uns, ohne dass wir nicht eine Resonanz dazu hätten. Haben wir keine Resonanz zu einer bestimmten Krankheit, werden wir an ihr auch nicht erkranken. Nur so hat die Menschheit übrigens bis heute überlebt.

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